Besonders geschätzt wird die Atmosphäre: Marmortische, Ledersofas, Zeitungen am Stiel, der Duft von frisch Gebackenem. Dies ist nicht einfach nur ein „Interieur“, sondern ein sorgsam bewahrtes Kulturerbe.
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Viele Österreicher betrachten ihr Kaffeehaus als „zweites Zuhause“. Sie feiern hier Geburtstage, treffen Freunde und warten auf das Ende des Regens. Es ist ein Ort, an dem man man selbst sein kann – ohne Masken, ohne Rollen.
Interessanterweise ist das Kaffeehaus selbst im Zeitalter der Coffeeshops nicht verschwunden. Im Gegenteil, junge Leute kehren immer wieder dorthin zurück, als Gegenpol zur digitalen Welt. Es gibt hier kein WLAN (oder nur schlechtes), und das ist ein Pluspunkt.
Wien, Graz und Salzburg haben wahre Legenden: Café Central, Landtmann, Tomaselli. Doch das Wichtigste ist nicht der Name, sondern die Atmosphäre. Selbst eine Kleinstadt hat ihren ganz eigenen „Kraftort“.
Der Staat fördert solche Einrichtungen durch Programme zur Erhaltung des kulturellen Erbes. Denn ein Kaffeehaus ist schließlich mehr als nur ein Geschäft – es ist Teil der eigenen Identität.
Letztendlich ist die Fähigkeit, einfach mal nichts zu tun, die höchste Form der Kultur. Und die Österreicher beherrschen sie perfekt.